Schadstoffe in Puzzles
Schadstoffe in Puzzles
Wer gerne ein bestimmtes Hobby betreibt, sieht oft nur die Vorteile von diesem. Mit den Nachteilen wird fast niemand gerne konfrontiert. Leider sind die Nachteile aber allgegenwärtig. Wer als Hobby Sport treibt, muss immer mit einer Verletzung rechnen. Wer gärtnert, kann immer in eine Brennnessel fassen. Wer oft bäckt, dem drohen Verbrennungen am heißen Backblech, wenn man unvorsichtig ist. Und wer puzzelt? Als Puzzlefreund muss man leider mit Schadstoffen im Puzzle rechnen.
Für mich ist es wichtig, auch einmal auf die negative Seite einzugehen. Die Vorteile des Puzzelns sollen deswegen aber nicht weggeredet werden.

Abbildung: In Spielmatten können ungesunde Weichmacher stecken. Man sollte darum auf eine gute Qualität achten/ Quelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/kind-spielzeug-baby-junge-7499565/
Welche Schadstoffe sind in Puzzles möglich?
In Puzzleteilen und im Karton können sich verschiedene und ungesunde Substanzen befinden. In den Kartons sind das etwa die Chlorpropanole 1,3-DCP und 3-MCPD. Holzpuzzles können dagegen Formaldehyd besitzen, welches krebserregend sein kann. Flüchtige organische Verbindungen, sogenannte VOCs, stecken wiederum möglicherweise in Farben, Leim oder Lacken. Sie können für Übelkeit und Kopfschmerzen sorgen. Bei weichem Puzzlezubehör, etwa bei Puzzlematten, sind PAK und Weichmacher möglich.
Für wen sind die Schadstoffe besonders gefährlich?
Grundsätzlich sind sämtliche Farbstoffe in Puzzles für Puzzlefreunde eine Gefahr, vor allem, wenn ihre jeweiligen Grenzwerte überschritten sind. Eine besondere Gefahr besteht aber für Kleinkinder. Denn diese nehmen bekanntlich vieles in den Mund. So kauen sie auch auf Puzzleteilen oder deren Verpackungen herum, wenn einmal nicht aufgepresst wird. Immerhin sind auch Kinderpuzzles anscheinend nicht von dem Schadstoffbefall komplett ausgeschlossen.
Ist der Befall so schlimm? Was sagen Tests dazu?
Bezüglich möglicher Schadstoffe in Puzzles hat es schon Tests gegeben.
Mitteilung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) können Papppuzzles und ihre Kartons Chlorpropanole bei Mundkontakt abgeben. 16,1 % der 67 Großteilpuzzles und 99 Bilderbücher, die untersucht wurden, überschritten den Bewertungswert von DCP. 10,8 % waren es bei 3-MCPD. Die Überschreitungen lagen bei dem bis zu 129-fachen oder 66-fachen Wert.
Die gute Nachricht: 81,9 % der getesteten Produkte hielten den Grenzwert ein. Außerdem haben Untersuchungen wohl gezeigt, dass Chlorpropanole in Großteilpuzzles technisch vermieden werden können. Hier seien die Hersteller zum Handeln aufgefordert, steht weiter im Artikel der BVL.1
Bericht von Öko-Test zu Schadstoffen in Puzzles
Auch Öko-Test hat Puzzles auf Schadstoffe kontrolliert. Der Test für Holzpuzzles fand zwar schon 2008 statt, war damals aber alarmierend.Von 20 Holzpuzzles, die getestet wurden, fielen 16 durch. Die beiden Gewinner bestanden gerade einmal mit der Bewertung „mangelhaft“. In 4 Modellen befand sich ein zu großer Wert von Formaldehyd. Oftmals war der Weichmacher Phtalat zu finden. Ähnlich war es mit dem Weichmacher DBP. Dieser sei eigentlich ganz verboten.
Zusätzlich wurde bemängelt, dass manche Puzzles nicht altersgerecht waren. So waren ihre Teile nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet, ihr Schwierigkeitsgrad für ältere Kinder aber zu einfach.2
Muss ich als Puzzlefreund jetzt in Panik geraten? Was hilft gegen die Schadstoffe?
Meiner Ansicht nach: nein. Panik ist nicht nötig. Es ist zu verstehen, dass jetzt manche(r) ein Unwohlsein verspürt. Man darf aber nicht vergessen, dass 81,9 % der von dem BVL getesteten Produkte bestanden haben.1 Außerdem ging es in den erwähnten Tests vor allem um Kinderpuzzles. So muss man zumindest als erwachsener Puzzlefreund, der keine Teile in den Mund nimmt, weniger Angst haben. Natürlich soll auch den Kindern nicht geschadet werden.
Sinnvoll ist es darum, auf Prüfzeichen wie TÜV, GS-Zeichen, „Spiel Gut“ oder „Blauer Engel“ zu achten. Auch mögliche Rückrufaktionen von Öko-Test oder Stiftung Warentest können Auskunft geben. Hinzu sollte auf hochwertiges und bei Holzpuzzles auf naturbelassenes Material geachtet werden.
Des Weiteren ist es ratsam, in der EU hergestellte Puzzles zu nutzen. Sie unterliegen oft strengeren Richtlinien als Produkte, die außerhalb der EU hergestellt werden. Ein geringer Geruch nach Öffnung eines neuen Puzzles kann dennoch vorkommen. Es empfiehlt sich, Neuware auslüften zu lassen. Verschwindet der Geruch nicht, ist er zu stechend oder sehr chemisch, dann sollte man das Puzzle zurückgeben.
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Neben meinem eigenen Wissen habe ich zur Texterstellung folgende Inhaltsquellen genutzt:
Quelle Beitragsbild: https://pixabay.com/de/illustrations/verkehrszeichen-achtung-vorfahrt-663368/